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Über den Verkauf von Benutzerdaten an Dritte

Gelesen: 171 Kommentare: 7 Rating: 8

Freitag, 29. Januar 2021

Vor einem Jahr ging die Nachricht durch die Medien, dass das Virenschutzprogramm Avast seit 2013 Daten über das Online-Verhalten der Benutzer, die seine Produkte sammeln, an Dritte verkauft hat. Das Unternehmen selbst hat dies auch nicht dementiert – mit dem Hinweis, dass es nichts Falsches sei und keine Verletzung der Privatsphäre vorliege, da unpersönliche Informationen verkauft würden.

Angeblich wurden Daten wie Suchanfragen, GPS-Koordinaten, YouTube-Aufrufe, besuchte Seiten einschließlich LinkedIn gesammelt - und unter anderem an Google, Microsoft und Pepsi verkauft.

Durfte Avast das tun? Ja. In der Lizenzvereinbarung von Avast heißt es:

«7.2. Sie ermächtigen den Anbieter, ein anderes Mitglied der Anbietergruppe bzw. den Anbieterpartner, Ihre Daten für die in der vorliegenden Datenschutzrichtlinie festgelegten Zwecke zu nutzen. Sie erkennen an, dass diese Nutzung Ihrer Daten die Bearbeitung und Erledigung Ihrer Bestellungen für Abonnements, die Verbesserung von Lösungen und die Bereitstellung von Informationen über die von Ihnen abonnierten Lösungen und die Bereitstellung anderer Lösungen umfasst. Sie erkennen an, dass der Anbieter oder ein anderes Mitglied der Anbietergruppe Ihre Daten an Anbieterpartner weitergeben kann, wie z. B. an die E-Commerce-Plattformanbieter und die Zahlungsverarbeiter des Anbieters, an Lieferanten, die Ihnen gegenüber im Auftrag des Anbieters Support-Leistungen, Dienstleistungen und Lösungen erbringen, sowie an Lieferanten, die dem Anbieter oder einem Mitglied der Anbietergruppe Einkaufsanalysen und Crash-Analysen bezüglich der Lösungen bieten. Sie erkennen außerdem an, dass der Anbieter oder ein Mitglied der Anbietergruppe anonymisierte und aggregierte Daten an Dritte zum Zwecke von Trendanalysen weitergeben kann.»

Der Skandal ist leise abgeklungen, ein Jahr ist vergangen, aber der Inhalt der Lizenzvereinbarung hat sich in keiner Weise geändert. Die Benutzer stimmen weiterhin zu, dass ihre Daten für die anonymisierte Weitergabe verfügbar sind. Das ist eigentlich nicht verwunderlich: Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, bedeutet das, dass der Besitzer auf andere Weise Geld verdient. Zum Beispiel durch den Verkauf von Benutzerdaten.

Welches Risiko besteht für den Anwender bei der Erfassung und Übermittlung von Daten?

Lassen Sie uns mit der Datenerfassung beginnen. Im Gegensatz zu Doctor Web, welcher auf keinen Fall Benutzerdateien sammelt, deklarieren einige Antivirusanbieter dies explizit in ihren Lizenzvereinbarungen. Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, Informationen über neue Bedrohungen zu erhalten. Es scheint, dass daran nichts auszusetzen ist. Außer, dass sich unter den Daten, die an den Server des Anbieters gesendet werden, Ihre persönlichen Fotos, Dokumente, persönlichen Daten, Informationen über besuchte Webseiten und Fragmente der E-Mail-Korrespondenz befinden können. Auch das bloße Sammeln von Informationen über die von Ihnen besuchten Webseiten ist für die Benutzer nicht so wünschenswert. Nicht jeder ist damit einverstanden, seine Interessen öffentlich zu machen. Niemand kann jemals garantieren, dass sich nicht jemand in der Firma des Entwicklers (aus reiner Neugier oder Langeweile) für irgendwelche Fakten interessiert, die die Benutzer betreffen.

Auch bei der Weitergabe von Daten an Dritte läuft nicht alles glatt. Es wird erklärt, dass die Daten anonymisiert sind, d.h. der Benutzer kann anhand der Daten nicht identifiziert werden. Es kommt aber auf die Fähigkeiten der Interessenten an.

ADINT-Technologien (Advertising Intelligence) ermöglichen es Dritten, Zugang zu den vom Werbe-Ökosystem gesammelten Daten zu erhalten, eindeutige Benutzer zu identifizieren und anschließend deren Bewegungen auf der ganzen Welt zu verfolgen.

Hier ein Beispiel für den Datenverkauf: Das US Special Operations Command (USSOCOM) kauft Standortdaten von Nutzern mobiler Geräte. Selbstverständlich sind diese anonymisiert. Aber mit den vorhandenen Ressourcen ist es möglich, einen bestimmten Benutzer vollständig zu deanonymisieren. Als Beispiel wird X-Mode angeführt, das mindestens 40.000.000 Geräte weltweit verfolgt. So fand das SDK von X-Mode beispielsweise Eingang in die Dating-App-Serie xxxx Social, zu der auch Russia Social mit über 100.000 Installationen gehört.

#Recht #Datenschutz #Persönliche_Daten #Lizenzvereinbarung #Antivirus #IT-Security

„Die komplette Wahrheit über Viren & Co.“ empfiehlt

Lesen Sie die Lizenzvereinbarung nicht nur bei der Installation der Software, sondern jedes Mal, wenn der Text der Vereinbarung aktualisiert wird. Achten Sie darauf, wie der Anbieter mit den Daten umgeht, die er von Ihrem PC erhält. Die von Ihrem PC gewonnenen Daten können gegen Sie, Ihren Arbeitgeber oder sogar das ganze Land verwendet werden.

Bitte beachten Sie, dass Dr.Web keine Dateien sowie keine persönlichen Daten von Benutzern sammelt. Technische Informationen über geschützte Geräte werden an Dritte nicht übergeben. Welche Informationen wir sammeln, ist hier beschrieben.

Doctor Web erhält ab und zu Anfragen zum Verkauf von Benutzerdaten. Hier ist ein Beispiel dafür:

We are interested in exploring the opportunity of buying anonymized Clickstream data from your company.

We are a market intelligence company and partner with a number of developers where we help them generate significant revenue by licensing us anonymized data which is collected by their products.

[COMPANY NAME] collect data about the online world from many sources around the world.

We aggregate all the data sources, normalize them and process them in order to create estimations about different engagement metrics of websites and apps.

Our partnership model is normally very meaningful for our partners. We have partners who we pay in the high $100,000s or even more than $1MM to when the partnership is large enough to work well for both sides.

It’s important to emphasize that we do not collect or interested in any private information about users.

Unsere Antwort auf solche Anfragen war, ist und wird immer negativ sein.

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